Shepherd´s Hut, eine Schäferhütte mit Geschichte

 

Im südlichen England des 19. Jahrhunderts folgten die Farmer noch den traditionell überlieferten Prinzipien und Arbeitsweisen ihrer Zeit. Eine künstliche Düngung kannte man noch nicht.

Um die Erträge auf den mageren, ausgelaugten Böden zu verbessern, waren die Farmer auf den Einsatz von Naturdünger angewiesen. Das war in jenen Zeiten Stallmist. Diesen auszubringen war mühsam, denn die Felder lagen oft weit von den Höfen entfernt.

So hatte man die Idee, Schafe zu diesem Zweck einzusetzen. Die Ära der „Goldenen Hufe“ war gekommen.

Man entwickelte ein System der Weidewirtschaft, dessen natürliche Folge die Düngung der beweideten Flächen mit den Exkrementen der Schafe war. Die gedüngten Flächen wurden umgepflügt und es konnten auf den so entstandenen Feldern recht gute Erträge beim Anbau von Weizen, Gerste und Hafer erzielt werden.

Den Schafherden war es aber nicht gestattet, frei umherzuschweifen, sondern sie wurden dabei von einem kompetenten Schäfer durch die Landschaft von Pferch zu Pferch geführt. Sobald die „eingepferchten“ Flächen abgeweidet und in der Folge „natürlich gedüngt“ waren, konnte die Herde zum nächsten Standort ziehen.

Für die Arbeit und nächtliche Anwesenheit des Schäfers mußte sichergestellt werden, daß er einen Ort, einen Raum, ein Refugium hatte, in dem er Schutz fand, essen, ruhen und schlafen konnte.

Mit der Schäferhütte wurde ein solches Refugium geschaffen, das vor allem in der Lammzeit große Bedeutung hatte und neben den genannten Aufgaben auch Aufbewahrungsort für Gerätschaften, Kleidung und Medizin war.

Die Schäferhütte war ein frühes „mobile home“, war Küche, Eßzimmer, Schlafzimmer und Wohnzimmer in einem. In Handarbeit, handwerklich-solide konstruiert und gefertigt, mit Fenstern auf jeder Seite, einer Tür und einem kleinen, gemütlichen Ofen. Sie hatte zwei starke Achsen mit gußeisernen Rädern und konnte so die andauernden Bewegungen durch die Landschaft - von Feld zu Feld – mitmachen.

Im Arbeitsalltag haben manche bis heute „überlebt“, sind nach wie vor in gutem Zustand, stehen an den Feldern und dienen dort als Lagerraum für Gerätschaften der täglichen Farmarbeit.

Historic pictures reproduced by kind permission of the Rural History Centre, University of Reading, www.rdg.ac.uk/Instits/im/index.html
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